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Was uns Freimaurerinnen wichtig ist

„Freimaurerei war immer“ lässt der Freimaurer Gotthold Ephraim Lessing sein Alter Ego, den Falk, in seiner Schrift: „Ernst und Falk – Gespräche für Freimaurer“ zu seinem Freund Ernst sagen. Das kann der große Dichter kaum historisch gemeint haben. Denn als offizielles Gründungsdatum gilt unter Freimaurern allgemein das Jahr 1717. Lessing drückt vielmehr aus, dass es eine geistige Haltung gibt, die uns Menschen allen grundlegend gemeinsam ist. Falk fährt nämlich fort: „Die Freimaurerei ist nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges, das in dem Wesen des Menschen gegründet ist.“

Und was könnte das sein? Freimaurer erklären es sich durch ihre Grundprinzipien Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – oder Geschwisterlichkeit, wie wir femininen Freimaurer es gerne formulieren - sowie Toleranz und Humanität. Diese Prinzipien betreffen die Grundbedürfnisse des Menschen nach Freiheit des Geistes und Freiheit vor Unterdrückung sowie nach Sicherheit, Anerkennung, Vertrauen, Mitgefühl und Mitverantwortung. Ohne die Sicherung dieser Grundbedürfnisse kann keine Gemeinschaft in Frieden miteinander leben. Seit der französischen Aufklärung werden die Werte der Humanität in Europa eingefordert und sind Bestandteil der Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte.

Diese ideellen Werte sind die Säulen der freimaurerischen Ethik. Das freimaurerische System ist darauf angelegt, sie in uns bewusst zu machen, als humanistische, sittlich ethische Geisteshaltung zu fördern und trägt uns auf, nach Vollkommenheit zu streben. Wir drücken das symbolisch aus, indem wir vom Tempelbau der Menschlichkeit in uns und um uns sprechen. Wir beziehen uns dabei auf den Tempel des biblischen Königs Salomon. Der weise König Salomon gilt in der Steinmetzüberlieferung als der größte Bauherr der Heiligen Schrift und der Tempel, den er errichten ließ, wurde in der Tradition der Steinmetze und der Bauhütten als vollkommenes Bauwerk angesehen.

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