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Wie wir arbeiten 

Die freimaurerisch humanistische Gesinnung in uns selbst stets weiter zu entwickeln   bedeutet geistige Vervollkommnung, seelisch ethische Reifung und betrifft unsere Persönlichkeitsentwicklung. Wir müssen „Verstand und Gemüt zur Einheit bringen“ wie es der Freimaurerbruder Rolf Appel ausdrückt. Man könnte auch im Sinne C. G. Jungs sagen, „Wir müssen uns bewusst werden, wer wir sind, um zu werden wer wir sind“. Dazu aber braucht es einen Schlüssel und Werkzeuge. 

Der Schlüssel im freimaurerischen Entwicklungsweg ist die Aufforderung: „Schau in Dich“! Damit ist gemeint: „Übe Selbsterkenntnis“! Selbsterkenntnis galt in allen Mysterienkulten und vielen philosophischen Systemen als Grundlage der geistig seelischen Entwicklung. „Erkenne Dich selbst!“ stand bereits in hellenistischer Zeit im klassischen Altertum über dem Apollotempel in Delphi als Aufforderung für die Suchenden. 

„Selbsterkenntnis schön und gut. Aber wie macht ihr das?“ - werden wir immer wieder auf unseren Gästeabenden gefragt. Dazu muss man doch nicht Freimaurerin werden? Richtig! Aber wir wählen eben den besonderen, den freimaurerischen Weg und arbeiten mit Symbolen und Allegorien vor allem aus der Bauhüttentradition, in der die Freimaurerei eine ihrer Wurzeln hat. Zirkel und Winkel sind als Freimaurerzeichen ja allgemein bekannt. Unsere Werkzeuge sind aber auch uralte Symbole aus der Kulturgeschichte des Menschen sowie Allegorien und unsere traditionellen Rituale. In unseren rituellen Tempelarbeiten erleben wir diese Symbole und Allegorien meditativ, setzen uns aber auch intellektuell damit auseinander. 

Jeder Freimaurerin ist aber klar, dass die Suche nach Selbsterkenntnis, Entwicklung und Vervollkommnung ihrer Persönlichkeit ihre ureigenste Sache in ihrer eigenen Verantwortung ist. Wir sind kein therapeutischer Verein. Wir sind auch keine Weltverbesserer. Wir wollen nur uns selbst verändern und verbessern. Wir arbeiten daran – jede für sich – Toleranz, Mitmenschlichkeit und Frieden zunächst in uns selbst zu entwickeln. Wir sind davon überzeugt: Wenn wir uns selbst immer tiefer bewusst werden, uns selbst kennen lernen, wird uns das helfen, freimaurerische Werte im Alltag in der Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen leben und verwirklichen zu können. Eine buddhistische Weisheit besagt: “Wenn Du Frieden willst, musst du selbst zu Frieden werden“.  Und dieses Prinzip gilt für alle ideellen Werte, die wir Menschen in uns und in unserer Umwelt verwirklichen wollen.

In der Gemeinschaft mit gleichgesinnten Schwestern im schützenden Raum der Loge finden wir Geborgenheit und Rückhalt und entsprechende Austauschmöglichkeiten und immer wieder neue Anregungen für unsere Bemühungen. 

Natürlich sind wir uns bewusst, dass wir uns sehr hohe Ideale gesetzt haben. Wir werden sie in Vollkommenheit wohl nie erreichen. Aber sie sind die tiefste Motivation unserer freimaurerischen Lebenseinstellung. Denn wie sagte schon Johann Wolfgang von Goethe - übrigens auch ein Freimaurer - „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“

 Unsere Freimaurerschwestern und -brüder auf der ganzen Welt eint das gleiche Menschenbild und das gleiche Verlangen nach Entwicklung und Vervollkommnung der dem Menschen innewohnenden hellen Eigenschaften des Geistes und des Herzens. Nach dem philosophischen Gesetz der Polarität gleichen wir damit die dunklen Seiten in unserer Seele aus, kommen zur Ganzheit unserer selbst und „werden wer wir sind“.

Aus dem Dunkel unserer Unwissenheit zum Licht der Erkenntnis wollen wir streben. Dieses Streben nach dem Guten in uns allen ist es wohl, das Lessing anspricht, wenn er seinen Falk sagen lässt: „Freimaurerei war immer“.

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