 |  |  |  | |  |
"Europa im Licht" Geschichte der (femininen) Freimaurerei Am 24.06.1717 konstituierte sich in London die erste Freimaurergroßloge. Obwohl es zum damaligen Zeitpunkt auch bereits in Frankreich und Deutschland Freimaurerlogen gab, gilt dieses Datum als das Gründungsdatum der modernen Freimaurerei. Allgemein wird angenommen, dass der Freimaurerbund aus der Bruderschaft der Steinmetze und deren Bauhütten hervorgegangen ist. Mit dem Ende des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts schlossen sich in England auch gelehrte Laien (angenommene Maurer) den Logen an, wobei für die Aufnahme nicht Geburt und Stand sondern die individuelle Eignung ausschlaggebend gewesen sein soll. Auf dieser Ebene begegneten sich Adel und das Bürgertum auf Augenhöhe, wodurch die Freimaurerei zum Abbau der Unterschiede beitrug. Damals hatten Frauen keinen Zutritt zur Loge. In den alten Pflichten von 1723 müssen Personen, die als Mitglieder einer Loge aufgenommen werden, „gute und aufrichtige Männer von freier Geburt sowie in reifem und gesetztem Alter sein, sie dürfen keine Leibeigenen und keine Frauen sein, keine sittenlosen oder übel beleumdeten Menschen, sondern nur solche von gutem Ruf.“ Geschichtlich betrachtet gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Frauenfrage und auch in den nächsten 150 Jahren änderte sich hieran nicht viel. Dies ging sogar soweit, dass man bei der Aufnahme in die Loge, die linke Brust entblößen musste, um zu zeigen, dass man keine Frau ist. Obwohl dies offiziell bis ins 20.Jahrhundert so blieb, existierte von Anfang an offenbar eine starke Gegenströmung gegen den Ausschluss der Frauen von der Freimaurerei. Die erste gemischte Loge wurde in Deutschland 1759 gegründet. In England und Frankreich sollen Frauen vereinzelt bereits früher Zutritt zu Logen erhalten haben. Mit der Geburt des modernen Feminismus wurde 1893 in Frankreich die erste gemischte Großloge „Droit humaine“ gegründet, die sich inzwischen in fast ganz Europa ausgebreitet hat. Seitdem gibt es weltweit ca. 40 000 Mitglieder in gemischten Logen. Ebenfalls in Frankreich, zunächst als adoptierte Logen, entstanden Ende des 19. Jahrh. die ersten franz. Frauenlogen, die sich 1945 zur „Grande Loge de France“ zusammen schlossen und die seit 1952 den Namen „Grande Loge féminine de France“ trägt. In Deutschland wurde im November 1949 in Berlin der freimaurerische Frauenzirkel „Humanität“ gegründet, der zunächst unter dem Schutz der damaligen maskulinen Großloge „Zu den alten Pflichten“ stand. Hieraus entwickelten sich 1982 die Logen „Tusculum“ in Düsseldorf und die Loge „Unter dem Regenbogen“ in Wetzlar, sodass sich zu diesem Zeitpunkt eine eigenständige Großloge der weiblichen Freimaurerei in Deutschland bilden konnte. Aus diesen drei ursprünglichen Logen entstanden bis zum heutigen Tag insgesamt 17 feminine Freimaurerlogen in Deutschland. Im Jahr 2007 feierten wir das 25jährige Bestehen unsere Frauen-Großloge von Deutschland (FGLD). Die Freimaurerei war zunächst also ein reiner Männerbund. Warum sollten es aber Frauen weniger nötig haben als Männer an sich zu arbeiten? Die Welt von heute ist durch das Internet viel kleiner geworden. Information und Wissen sind leichter zugänglich. So profitieren auch freimaurerisch interessierte und arbeitende Frauen von dem weltweiten und nmittelbarem Gedankenaustausch der durch das Netz möglich geworden ist. Auch Frauen sind heute nicht mehr von den Ideen der Freimaurerei fernzuhalten. Warum arbeiten wir nun aber in einer rein weiblichen Loge? Die häufigste Begründung für die Vorzüge von getrennten Logen ist das sexuelle Spannungsfeld, das sich zwischen den Mitgliedern in gemischten Logen aufbauen könnte. Wir sind alle Frauen und haben daher eine typisch weibliche Art, die Rituale zu erleben und die Symbolik zu erfassen. Daher sind wir überzeugt, dass beide Geschlechter ihre ganz besonderen Eigenschaften behalten und leben sollten und dass in den spirituellen, religiösen und meditativen Zeremonien eine Geschlechtertrennung von Vorteil ist. Die Freimaurerei ist international. Die Freimaurer sind den Gesetzen des eigenen Staates verpflichtet, ebenso ihrem Gewissen, wenn die sittlichen Grundlagen und die Menschenrechte angegriffen werden, für die sie mit allen Kräften einstehen. Personen des öffentlichen Lebens, Führungskräfte in Politik und Wirtschaft sowie Künstler waren oftmals Freimaurer. Die Ausbreitung der Freimaurerei rief auch in früheren Zeiten von Seiten der katholischen Kirche sowie des Staates Kritik und (zahlreiche) Verbote hervor. Die Freimaurerei gehört auch heutzutage immer noch zu den ersten Organisationen, die in Diktaturen verboten werden. Dies gilt/galt auch für die kommunistischen Staaten mit Ausnahme von Kuba. Auch in der Weimarer Republik gehörten die Freimaurer neben den Juden zu den bevorzugten Objekten rechtsextremer Agitation. In der Nazidiktatur wurde die Freimaurerei 1935 entgültig verboten und verfolgt. Im Jahr 1943 kam es zu einem einmaligen Vorkommnis in der Geschichte der NSKonzentrationslager, als innerhalb des Emslandlagers VII belgische Freimaurer die Freimaurerloge „Liberté chérie“ gründeten. Es war ihnen nur möglich 3 Treffen abzuhalten, eines davon war der Stellung der Frau in der Freimaurerei gewidmet. zurück zu "Europa im Licht"
|
 |
|  |  |  |  |
|  |  |  |  |  |  | Frauen-Großloge von Deutschland
|
kontakt@freimaurerinnen.de |  |  |  |
| |  |
|