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"Europa im Licht" Strukturen und Organisation in der Freimaurerei LOGE Das Wort Loge (aus dem lateinischen logia) ist der Ort, an dem FreimaurerInnen zusammen kommen und arbeiten. Gleichzeitig bezeichnet es aber auch die Gemeinschaft der freimaurerisch arbeitenden Gruppe und hat somit eine doppelte Bedeutung. Für das Arbeiten und Bestehen der Logen sind äußere Organisationsformen notwendig. So ist jede Loge ein beim Amtsgericht eingetragener Verein mit einer Vorsitzenden und 2 Stellvertreterinnen sowie den normalen vereinsrechtlichen Formen wie demokratische Wahlen der Vereinsleitung, Mitgliederversammlungen usw. Diese einzelnen unabhängigen bürgerlichen Vereine schließen sich in Dachverbänden zu einer sogenannten Großloge zusammen, bei uns ist dies die Frauen-Großloge von Deutschland (FGLD) mit Sitz in Berlin. Auch innerhalb ist die Loge gegliedert. An der Spitze steht die Meisterin vom Stuhl (nach außen die Vereinsvorsitzende), und ihre Stellvertreterinnen die erste und zweite Aufseherin. Hinzu kommen noch weitere für die Tempelarbeit aber auch für die Repräsentation nach außen hin wichtige Funktionen, die „Beamtinnen“ genannt werden. Innerhalb des Tempels, d.h. während des freimaurerischen Rituals bestehen interne Strukturen, die außerhalb nicht bestehen. Hier sind alle Schwestern gleich. TEMPEL Der Raum, in dem die FreimaurerInnen ihre rituellen Arbeiten durchführen, wird als Tempel bezeichnet. Dies legt eine sakrale Vorstellung nahe, was aber nicht ganz richtig ist. Denn erst durch die rituelle Handlung wird ein fiktiver Raum zum Tempel. Wir dürfen heute meist in sehr schönen Räumlichkeiten arbeiten, dies war aber nicht immer so. In der Entstehungsphase der Freimaurerei dienten beispielsweise häufig Gasthäuser den Brüdern als Tempel. Die Rituale und Symbole ermöglichen es unabhängig von Raum und Zeit die Tempelarbeit durchführen zu können. GRADE Interessierte Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben und sich mit den Zielen und Idealen der Freimaurerei identifizieren können, können nach ca. 1 Jahr, in dem sie regelmäßig die Gästeabende besucht haben, einen Aufnahmeantrag stellen. Sie werden dann Suchende genannt. Nach ihrer rituellen Aufnahme, der sog. Initiation, werden die Suchenden zu Lehrlingen. Diese Initiation stellt das zentrale Erlebnis im freimaurerischen Leben dar. Nach ca. einem Jahr wird der Lehrling in den Gesellengrad befördert und nach angemessener Zeit zur Meisterin erhoben. Um den nächsten Grad erreichen zu können, muss sich die Freimaurerin bewähren, das heißt sich ein spezielles Wissen über die Symbole und das Brauchtum der jeweiligen Grade aneignen. In der Regel geschieht dies mit einem kleinen ausgearbeiteten Vortrag zu einem speziellen Thema. Diesen Vortrag nennen wir Zeichnung. REGELN DER ZUSAMMENARBEIT • Geprächskultur Jede Schwester und jeder Gast kann seine/ihre Meinung frei äußern und darf ausreden, auch wenn die geäußerte Meinung nicht von allen Anwesenden geteilt wird. Vortragende werden nicht unterbrochen. In der Diskussion wird das Wort erteilt und der jeweilige Redner darf auch hier ausreden. Wer seine Meinung äußert, formuliert seine Worte wohlbedacht und nach besten Wissen und Gewissen ohne Gruppen- oder Einzelinteressen zu vertreten. Dies zeichnet die spezielle freimaurerische Gesprächskultur aus. • Verschwiegenheit Die Freimaurer verpflichten sich mit ihrer Aufnahme Verschwiegenheit über die Bräuche der Freimaurerei zu wahren und mit keiner nicht eingeweihten Person darüber zu sprechen. Dennoch sind in unserer heutigen Informationsgesellschaft viele der freimaurerischen Gebräuche und Rituale z. B. auch im Internet zu finden. Das wirkliche Geheimnis der Freimaurerei kann man jedoch nicht erklärend vermitteln, man muss es selbst erleben, erfahren. • Innere Verbundenheit Wir nennen uns Schwestern, dies bestimmt unseren Umgang miteinander. Wir fühlen uns einander verbunden und vor allem: Wir bejahen einander. Wir akzeptieren uns, auch mit abweichenden Meinungen, denn wir sind Gleichgesinnte in Hinblick auf unser gemeinsames Ziel, die Freimaurerei und ihre Ideale zu verwirklichen. Wir streben nicht den Gleichklang an. Wir sind Individualistinnen und wollen es bleiben, auch und gerade wenn wir in gewissen Punkten nicht übereinstimmen. Eben diese Vielfalt unserer Schwesternkette empfinden wir als Bereicherung. Wir sind für die Gedanken der freimaurerischen Ideale sensibilisiert und wollen diese nach außen in das profane Leben übertragen. zurück zu "Europa im Licht"
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